
„Cavete Münster“ – Hütet Euch vor Münster! Mit dieser Warnung an künftige Studierendengenerationen überschrieb der Jurastudent Wilfried Weustenfeld 1958 seine Klage in der Münsteraner Studentenzeitschrift „Semesterspiegel“. Nicht eine einzige Studentenkneipe gebe es in diesem „Eldorado der Spießbürger“! Damit brachte er nicht nur Münster bundesweit in die Schlagzeilen, sondern auch vor Ort Ereignisse ins Rollen, an deren Ende die „Cavete“ stand – das erste Studentenlokal Deutschlands und bis heute ein echtes Unikat, an das sich Generationen von Studenten erinnern.
Philosophiestudent Lothar Weldert und sein Kommilitone Werner Jedamzik nahmen sich mit akademischer Gründlichkeit und einer guten Portion Pioniergeist des Problems an. Mit einem Empfehlungsschreiben des Universitäts-Rektors, der auch den Titel „Akademische Bieranstalt“ für die künftige Kneipe ‚von Studenten für Studenten‘ wohlwollend billigte, gingen die beiden kaufmännischen Novizen zum Direktor der Germania-Brauerei und fragten nach einem geeigneten Lokal. Das bekamen sie – in einem alten Fachwerkhaus in der Kreuzstraße 37-38. Und nicht nur das: Die Münsteraner machten sich, den Schmähungen Weustenfelds zum Trotz, für die Nöte der Studenten stark. Alte Damen spendeten Einrichtungsgegenstände, Studenten arbeiteten zusammen mit Strafgefangenen auf der Baustelle. Der damalige Prorektor der Uni, der berühmte Chemiker und Nobelpreisanwärter Professor Klemm, stieg der „Cavete“ gar aufs Dach, um sich von dessen Zustand zu überzeugen und sicher zu gehen, dass die Brauerei seine Studenten nicht übers Ohr gehauen hatte.
Aufbruchstimmung
Es herrschte Aufbruchstimmung, die Zeiten begannen sich zu ändern: Während in den biederen bürgerlichen Lokalen der Zeit auch für Studenten Krawattenzwang galt und man förmlich miteinander verkehrte, ging es in der Cavete unkonventionell zu. Künstler stellten sich für eine Mahlzeit und die Möglichkeit, diskutieren zu können, in den Dienst der Kneipe. Die Künstlervereinigung „Gruppe 60“ wurde sogar in der Cavete gegründet. Es gab Ausstellungen und Dichterlesungen – sogar Universitätsseminare wurden in der „Akademischen Bieranstalt“ abgehalten. Revolutionär wie die Kneipe selbst war auch die Musik: Jazz – neu und aufregend! „Anfangs rissen sich die Bands darum, in der Cavete zu spielen – meistens übrigens ohne Gage“, erinnert sich Karin Weldert, die nach dem Tod ihres Mannes 1988 zwölf Jahre lang die Geschäfte übernahm. Der amerikanische Jazz-Musiker Benny Goodman ließ sich nach einem Konzert in der Halle Münsterland in die Studentenkneipe chauffieren und improvisierte mit der Cavete-Band auf einer geliehenen Klarinette.
„Bestgehasster Unruheort“
Lange Zeit war die Cavete auch ein Ort des politischen Engagements. Die Publizistik-Studentin Ulrike Meinhof fand hier Freiwillige zur Verteilung von Flugblättern. „Die Cavete wurde zum bestgehassten Unruheort, an dem der inzwischen legendär gewordene Verfassungsschutz ständig präsent war“, so Weldert. Politisches und menschliches Engagement – die Cavete vergab schon sehr früh ein Stipendium, „skandalöserweise“ an einen Ausländer – war den Betreibern viele Jahre wichtiger als die Wirtschaftlichkeit des Lokals. Erst, als mit der Zeit andere Studentenkneipen die Bühne betraten und dem charmanten Lokal Konkurrenz machten, änderte sich das ein wenig. Mit dem Tod Lothar Welkerts und dem Abschied seiner Witwe im Jahr 2001 ging die Ära der Gründer zu Ende.
Unverwechselbar-uriges Interieur
Die Cavete hat den Wechsel unverwandelt überstanden. Die neuen Besitzer Swen Gödde und Tim Reiter haben das gemütlich-dunkle Interieur aus über fünf Jahrzehnten, das unverwechselbar zur Cavete gehört, nicht verändert. Darin finden sich noch alte Schätze wie die Sitze der Straßenbahn, die in den 50er Jahren über den Prinzipalmarkt fuhr oder die 1959 zur Gründung gestifteten knallroten Stühle. Auch das Publikum ist im Grunde noch dasselbe wie zu den Anfangszeiten: Eine bunte Mischung aus Studenten und Nichtakademikern, von „Erstis“ bis zu ergrauten Eminenzen der ersten Stunde, die der Cavete immer noch die Treue halten. Und auch wenn sich im Laufe der Zeit einiges geändert hat, neben Bier und Wein natürlich auch Longdrinks und Shooter über die Theke gehen: Die legendären hausgemachten „Grünen Nudeln“ haben auch heute noch eine echte Fangemeinde. Dem späteren Regierungsdirektor Weustenfeld hat die Cavete übrigens für seine Verdienste um die „Freiheit des Wortes“ auf Lebenszeit ein besonderes Privileg gewährt: „Freies Trinken von Bier und Schnaps an Ort und Stelle“.
4:1 lautete das Enspielergebnis gegen den Club GREY vom Germania-Campus. In der Zwischenrunden im sonnenverwöhnten SPORTPARK BLAU WEIS AASEE waren beide Teams, die zum ersten Mal an unserem Turnier teilnahmen, noch mit einem gerechten 1:1 auseinander gegangen. Dritter wurde mit dem SALSOMANIA-Team eine Mannschaft der ersten Stunden unseres Turniers. Nach 3 zweiten Plätzen reichte es dieses Mal immerhin zur Bronze-Medaille.
Im erstmals ausgespielten MEISTER DER HERZEN Trost-Cup siegt mit dem Kulturcafé SpeCops ebenfalls ein Turnierneuling, der allerdings auch erst im Herbst 2009 eröffnet hat. 
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|  Das Siegerteam vom Lazzaretti mit dem begehrten Wanderpokal.
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